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Unser Credo

Der moderne Arbeitsalltag entspricht längst nicht mehr der Bio-Logik des Menschen. Statt zu laufen sitzen wir gebannt vor dem Bildschirm – fast 80 Prozent des Arbeitstages lang. Ob wir früher oder später unter Rückenschmerzen leiden, hängt deshalb ganz erheblich vom Stuhl ab, auf dem wir dauersitzen.

Wie unser wichtigstes Büro-Möbel beschaffen sein sollte, darüber sprach Schöner leben/mein schönes zuhause mit Dr. Helmut Reinhardt, Geschäftsführer von ERGO Kontor – Studio für gesundes Sitzen in Berlin.

Setzen Sie sich in Bewegung!

Was halten Sie von der Ergonomen-These: Der beste Stuhl ist der, auf dem man gerade nicht sitzt?

Helmut Reinhardt: Gar nix. Wir brauchen ihn doch! Er ist unentbehrlich. Warum sollte ich auf meinen wichtigsten Mitarbeiter verzichten? Man muss ihn nur sorgfältig auswählen.

Für Angestellte sucht der Arbeitgeber den Bürostuhl aus; nur wer sein eigener Büro-Herr ist, kann selbstbestimmt entscheiden…

Helmut Reinhardt: Mein Körper gehört mir. Ich bringe ihn samt Kopf mit und stelle ihn in den Dienst der Firma. Da darf ich meinem Chef doch mindestens einen Vorschlag machen, auf welchem Sitzwerkzeug ich am meisten leiste, ohne dass mir irgendwann die Bandscheiben rausfallen. Für mich als Chef in meinem heimischen Büro sollte natürlich ebenfalls gelten: das Beste für meine Konstitution.

Was ist das eigentliche Problem?

Helmut Reinhardt: Die starren Stühle. Sie wirken wie Lustbremsen auf den lebendigen Körper. Wenn ich dann noch wie gebannt vor dem Bildschirm sitze, erleide ich quasi täglich einen Probetod. Stillsitzen macht doof und krank. Wir müssen uns in Bewegung setzen, um gesund zu bleiben. Aus einem einfachen Grund: Der Bauplan des Menschen ist zum Laufen konzipiert. Wir sollten ursprünglich jagen, bevor wir essen durften. Wenn ich den zum Laufen geschaffenen Körper zum Sitzen benutze, dann muss ich – um der Natur zu genügen – auch im Sitzen laufen. Oder?

Das klingt ziemlich merkwürdig.

Helmut Reinhardt: Laufen ist eine fußgesteuerte Bewegung. Die Last wird von den Beinen getragen, und die bewegten Füße betreiben ständig die Wadenpumpe, die das Blut in Umlauf bringt. Wir brauchen die Bewegung, die von den Füßen ausgeht, vor allem um den gesamten Körper auch im Sitzen ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Die Biologie muss ständig bedient werden. Was tagsüber versäumt wird, lässt sich nicht beim abendlichen Joggen nachholen.

Aber wie laufe ich im Sitzen?

Helmut Reinhardt: Indem Sie sich auf einen dynamischen Stuhl setzen, der wie ein Bewegungshelfer wirkt. Wie ein Animateur, der Sie zu Bewegung verführt, auch wenn Sie konzentriert arbeiten und sich deshalb bewusst gar nicht bewegen können. Konzentrierte Arbeit und Bewegung schließen sich normalerweise grundsätzlich aus. Deshalb müssen auch alle Appelle, sich am Schreibtisch mehr zu bewegen, ins Leere laufen, es sei denn, Sie sitzen auf einem Körperversteher, der das Stillsitzen unmöglich macht.

Woran erkenne ich den? Es gibt doch eine unüberschaubare Fülle von Normen und Stühlen, die sich ergonomisch nennen?

Helmut Reinhardt: Wer hier nach technischen Normen sucht, sucht an der falschen Stelle. Stühle, die nur den ergonomischen Vorschriften folgen, sind im Grunde für Crash-Test-Dummies gebaut, nicht für lebendige Wesen. Körpergerecht sind Stühle, die gebaut sind wie der Mensch. Sie ermöglichen das „füßische“ Sitzen, das heißt: Die Füße werden wieder in ihrem eigentlichen Beruf tätig, nämlich als Lastträger und Beweger des Körpers. Was die Füße tragen, muss der Rücken nicht erleiden. Alle Bewegung geht von den Füßen aus, auch beim natürlichen, körpergerechten Sitzen.

Ein körpergerechter Stuhl unterstützt also das dynamische Sitzen. Statt einer üblicherweise starren Sitzfläche hat ein bio-dynamischer Stuhl nicht nur eine Rückenlehne, die sich bewegen kann, sondern vor allem eine bewegliche Sitzfläche.

Können Sie das Prinzip an einem Beispiel erklären?

Helmut Reinhardt: Ein besonders leistungsstarkes Produkt ist das BIOSWING-Gesundheits-Sitzsystem. Bei einem BIOSWING-Stuhl bewegt sich die Sitzfläche horizontal in alle Richtungen. Und zwar mit der Intensität, die jeweils vom darauf sitzenden Menschen ausgeht. Eine bestimmte Sitzhaltung ist gar nicht mehr möglich, denn es ist immer alles in Bewegung. Das ist ein unvergleichliches Sitzgefühl – als obsde schwebst! Das muss man einfach mal ausprobieren. Im Studio für gesundes Sitzen (BIOSWING STUDIO BERLIN) kann man sich beraten lassen und verschiedene Stühle testen. Denn es gibt keinen Stuhl, der für alle gleichermaßen passt. …Normen sind wichtig. Noch wichtiger ist die Wahrnehmung. Und die ist halt bei jedem Menschen und in jeder Arbeitssituation anders. Wer gut sitzen will, muss fühlen!

Was empfehlen Sie den geplagten Büromenschen?

Helmut Reinhardt: Kümmern Sie sich selbst um Ihren Rücken: Setzen Sie sich endlich in Bewegung.

darüber sprach schöner leben/mein schönes zuhause mit